Vergleich der Evolutionstheorien von Darwin und Lamarck mit der Theorie von Cuvier - warum hat sich Darwins Sichtweise durchgesetzt und nicht Cuviers?


  • 1.Einleitung
    • 1.1.Vorwort
    • 1.2. Jean Baptiste de Monet Chevalier de Lamarck (1744-1829)
    • 1.3. Charles Robert Darwin (1809-1882)
  • 2. Hauptteil
    • 2.1. Baron Georges Léopold Chrétien Frédéric Dagobert Cuvier (1769-1832)
    • 2.1.a) "Wie kam Cuvier zu seiner Theorie?"
    • 2.1.b) "Was ist Paläontologie?"
    • 2.2. Vergleich der Theorien von Lamarck und Cuvier
    • 2.3. Vergleich der Theorien von Darwin und Cuvier
  • 3. Schluss
    • 3.1. Darwin´s Evolutionstheorie setzt sich durch
    • 3.2. Fazit

1.1. Vorwort

"Bis zum Ende des 18 Jahrhunderts sah man keinen Grund an der Unveränderlichkeit der Arten zu Zweifeln." [3] Bis zu dieser Zeit war die Evolutionstheorie des Franzosen Jean Baptiste de Lamarck (1744-1829) die Einzige. Jedermann war vom Schöpfungsbericht der Bibel überzeugt, das heißt Gott erschuf die Welt in sieben Tagen und seitdem haben sich die Arten weder verändert noch weiterentwickelt (siehe [3]). Kurz nach Lamarck, forschte Georges Cuvier (1769-1832) voller Hingabe für die vergleichende Anatomie und stellte seine Naturkatastrophentheorie auf. Cuvier war außerdem "Begründer der wissenschaftlichen Paläontologie"[1]. Doch die Evolutionstheorie des englischen Naturforschers Charles Darwin (1809-1882) war es, die heute weltweit anerkannt und mehrfach bestätigt wurde. Da ich mich schon seit der Kindheit für Urzeitforschung, unter dem Überbegriff Paläontologie, interessiere, war es für mich naheliegend, mich mit dem Begründer ebendieser zu beschäftigen. Warum also bewahrheitete sich Darwins Theorie und nicht die Cuviers? Warum war Cuvier trotzdem einer der bedeutendsten Naturforscher seiner Zeit? Worin unterscheiden sich die drei Evolutionstheorien und worin ähneln sie sich? Zu der zentralen Fragestellung gehören auch die Aspekte "Wie kam Cuvier zu seiner Theorie?" und "Was ist Paläontologie?"

1.2. Jean Baptiste de Monet Chevalier de Lamarck (1744-1829)

Lamarck war es der als erste eine Theorie über die Entstehung und Veränderung von Lebewesen entwickelte. Sie basierte auf Fortentwicklung und Degeneration, die von Generation zu Generation weitergegeben wird. Die Leistungsfähigkeit von Organen mit hohem Gebrauch steigt und nicht gebrauchte Organe verkümmert, zum Beispiel der Blinddarm des Menschen(aus [6]).

Lamarck unterteilte die Tierwelt in zwei Gruppen, die "Vertebraten", also Wirbeltiere und den Rest, genannt "Invertebraten" welche die Tiere umschreibt die eben keine Wirbelsäule besitzen, sozusagen Insekten und Würmer. Ein Beispiel, an dem sich seine Theorie gut aufzeigen lässt, ist die zu seiner Zeit entdeckte Giraffe. Erst, so Lamarck, war sie eine primitive Antilope, die die obersten Blätter der Bäume aus Nahrungsgründen erreichen wollte,durch das viele Strecken wurden beanspruchte Körperteile, wie Nacken, Zunge und Beine, immer länger. Die Anlage für diese verlängerten Körperregionen wurde dann von Generation zu Generation weitergegeben und auch stärker ausgeprägt.

Nach Lamarck sind die "fossilen Formen des organischen Lebens (...) die echten, richtigen Vorläufer unserer heutigen Lebewesen."[4] und "Die systematischen Einteilungen, die Klassen, Ordnungen, Familien, Gattungen und Arten ... sind willkürliche Kunsterzeugnisse des Menschen. Die Arten der Organismen sind von ungleichen (stammesgeschichtlichem) Alter, nacheinander entwickelt und nur von zeitweiliger Beständigkeit ... Die Verschiedenheit in den Lebensbedingungen wirkt verändernd auf die Organisation, die allgemeine Form und die Teile der Tiere ein ... Im ersten Anfang sind nur die allereinfachsten und niedrigsten Tiere und Pflanzen entstanden und erst zuletzt diejenigen von der höchst zusammengesetzten Organisation. Der Entwicklungsgang der Erde und ihrer organischen Bevölkerung war ganz kontinuierlich, nicht durch gewaltsame Revolutionen unterbrochen." ([9] Seite 75)

1.3. Charles Robert Darwin (1809-1882)

Charles Darwin wird als einer der bedeutendsten Naturforscher der Geschichte gehandelt, der Naturgeschichte als seine Lebensaufgabe wählte. Er war der Überzeugung die Arten seien nicht unwandelbar, sondern stammen von anderen Arten, die vor ihnen lebten, ab.

Er trat 1831, trotz Seekrankheit, eine fünfjährige Schiffsreise mit der "Beagle", unter Kapitän Robert Fitzroy, an. Die Expedition blieb fünf Wochen auf den Galapagos Inseln bei Ecuador und untersuchte die dort lebenden Finken, "Darwinsche Finken" genannt. Diese Finken gab es in 14 verschiedenen Arten, von denen viele gemeinsame Eigenschaften und äußerliche Merkmale aufwiesen. Darwin erklärte es sich so, dass die Abkömmlinge einiger, vom Festland stammender, Finken sich im laufe der Zeit zu den verschiedenen Arten weiterentwickelt haben. Einige der Finkenarten ernährten sich von Samen, andere aber von Insekten, dem entsprechend entwickelten sich auch physiologische Unterschiede bei Schnabel und Größe aber auch Unterschiede in der jeweiligen Lebensordnung. Die Finkenarten des Festlandes haben sich, aufgrund des Existenzkampfes mit anderen Vogelarten, nicht wie die der Insel spezialisiert (aus [6]).

Darwin akzeptierte Lamarck´s Theorie, die lauten würde: die Finken, die sich sonst von Samen ernähren, haben Insekten probiert und ihren Geschmack daran und die Fähigkeit sie zu verdauen an ihre Nachkommen weitergegeben haben, nicht. Er verstand auch nicht warum Gott für eine Inselgruppe 14 verschiedene Arten eines Vogels erschaffen haben sollte. Doch auch er fand keine geeignetere Erklärung dafür. Seine grundlegenden Beobachtungen waren, erstens "alle Lebewesen erzeugen mehr Nachkommen als zur Erhaltung der Art nötig wären. (Überproduktion)"[4] und aus dieser Überproduktion schlussfolgerte er die Aussage "struggle for life" was so viel bedeutet wie "Kampf ums Dasein" innerhalb der Population eines Gebietes.
Zweitens "der jeweilige Lebensraum der Arten weist beschränkte Ressourcen auf. (z.B. zu wenig Nahrungsquellen für die Überproduktion an Nachkommen)"[4] was für Darwin bedeutete, dass nur die am besten angepassten Nachkommen den Kampf ums Dasein gewinnen konnten, "survival of the fittest".

Außerdem beobachtete er noch die Variabilität und Einzigartigkeit der Individuen, die er auf die Vererbung zurückführte. Mit der in ihm aufkommenden Idee Menschen und Affen hätten gemeinsame Vorfahren, stieß er zu seiner Zeit auf großes Missverständnis.(aus [4])

2.1. Baron Georges Léopold Chrétien Frédéric Dagobert Cuvier (1769-1832)

Georges Cuvier wurde am 24. August 1769 im "kleinen Städtchen Mömpelgard"([2] Seite 15) geboren und studierte an der Karlsschule in Stuttgart, schon als Kind "war sein Durst nach Wissen und seine geistige Arbeitskraft"([2] Seite 17) erstaunlich. Er konnte geschickt Sezieren und fertigte brillante Abbildungen seiner Forschungsobjekte und Beobachtungen an. Später wurde er sogar Staatsberater Napoleon Bonapartes und Louis XVIII´s. Cuvier widmete sein Leben der vergleichenden Anatomie und den Knochen fossiler und rezenter, also gegenwärtiger, Tiere. Er entdeckte, dass die fossilen Knochen eine eindeutige Ordnung besitzen müssen und rekonstruierte so ganze Tiere anhand von einzelnen Knochen. In seinen Werken unterteilte er die Tierwelt in vier Hauptgruppen, die Mollusca (Weichtiere), die Articulta (Gliedertiere), die Radiata (Strahlentiere) und die Vertebrata (Wirbeltiere) und beschrieb für jede dieser Gruppen einen speziellen Körperaufbau. Er begründete, durch die Untersuchung von Fossilien und dem Vergleichen dieser mit gegenwärtigen Tieren, eine neue Wissenschaft, die Paläontologie.

Er beobachtete, dass die in altägyptischen Gräbern entdeckten Katzen, Affen und Greifvögel keine morphologischen Unterschiede zu den heutigen Vertretern ihrer Art haben. Nach all diesen Jahren der Forschung stellte Cuvier seine Naturkatastrophentheorie, auch "Kataklysmentheorie"[10], auf. Diese Theorie besagt, die Arten seien unveränderlich, sie werden einmal von Gott erschaffen aber sie können aussterben. Wenn also durch eine Naturkatastrophe, zum Beispiel eine Überschwemmung, alle Arten eines bestimmten Gebietes aussterben, wird "dieses Gebiet in einem Schöpfungsakt" mit besser angepassten oder neuen Tierarten besiedelt. Denkt man an das Beispiel einer Überschwemmung, als Naturkatastrophe, stimmt seine Theorie "mit der christlichen Vorstellung der Sintflut" überein. [7] )

2.1.a) "Wie kam Cuvier zu seiner Theorie ?"

Während seiner Ausgrabungen im Pariser Becken stellte er fest "ältere Fossilien sind einfacher gebaut als jüngere Fossilien"[10] und erkannte, je älter die Fossilien sind desto größer ist der Unterschied zu den heutigen Lebewesen.

Die Fossilien "lagen getrennt voneinander in unterschiedlichen Gesteinsschichten"[7] weswegen Cuvier zu der Annahme gelangte, am Ende einer jeden Gesteinsschicht hat eine sich wiederholende Naturkatastrophe stattgefunden, bei der die Tiere, nun als Fossilien erkennbar, umgekommen sind. Nach jeder Naturkatastrophe entstanden neue Arten, die das betroffene Gebiet bewohnten.

2.1.b) "Was ist Paläontologie?"

In der Paläontologie werden "versteinerte Reste von Tieren und Pflanzen aus früheren Erdzeitaltern"[7] untersucht. Sie lässt sich in Paläobotanik und Paläozoologie unterteilen. Cuvier beschäftigte sich vorrangig mit Paläozoologie, die sich hauptsächlich mit dem "Aufsuchen, Beschreiben und Einordnen der Überreste"[7] wie Knochen, Schalen, Zähnen, Schuppen oder Schnecken Gehäusen befasst.

"Das Hauptziel der Paläontologie ist es, Klarheit über die stammesgeschichtliche Entwicklung der Lebewesen bis zu den heutigen Formen zu schaffen."[7] Cuvier untersuchte oft Fossilfunde, aber was sind eigentlich Fossilien? Fossilien sind Abdrücke von Schnecken, Fischen oder Krebsen die in versteinertem Schlamm festgehalten sind. Zu den Fossilien gehören auch in Bernstein (Baumharz) konservierte Insekten, im Eis von Gletschern können ganze Körper erhalten bleiben, wie bei einem Mammutkadaver in Sibirien. Auch in Torf oder Kohlelagern finden sich oftmals konservierte Pflanzenteile (siehe [7]).

Durch die paläontologische Forschung kam man zu dem Schluss, "dass nicht von Anfang an alle Organismengruppen bereits vorhanden waren, sondern dass einzelne Gruppen im Lauf der Erdgeschichte in einem zeitlichen Nacheinander aufgetreten sind."[7]. Also entwickelten sich die gegenwärtigen Organismen aus andersartigen Vorfahren, den Ahnen.

2.2. Vergleich der Theorien von Lamarck und Cuvier

Cuvier und Lamarck beziehen sich beide auf die biblische Schöpfungsgeschichte und waren der Überzeugung die Tierwelt sei am fünften und sechsten Tag, nach der Fertigung der Welt, geschaffen worden. Ähnlich dem Kreationismus, der besagt, dass evolutionäre Veränderungen nur bedingt möglich sind (aus [11]). Durch Cuviers Forschung mit Fossilien, fiel ihm jedoch auf, dass es Lebewesen gibt, oder einmal gab, die nicht im Schöpfungsbericht auftauchen.

Auch was den Zeitrahmen für Evolution angeht hatten sie ähnliche Gedanken. Lamarck beschrieb es so, dass die Veränderungen über Generationen weitergegeben werden und dadurch auch stärker ausgeprägt werden und es besteht Verwandtschaft zwischen den noch lebeden und ausgestorbenen Lebewesen. Cuvier war ebenfalls der Überzeugung das nur in einem sehr großen Zeitraum morphologische Veränderungen auftreten können. Die in alt Ägyptischen Gräbern gefundenen Katzen und Vögel sind weit über zweitausend Jahre alt und ein solcher Zeitraum war nicht lang genug für messbare Unterschiede.

Im Gegensatz zu Cuvier erkannte Lamarck schon, dass es die Lebewesen sind die sich auf Grund der Umgebung, Nahrungsknappheit oder anderen ungünstigen Umständen anpassen, es also eine Urgruppe von Tieren gab die sich dann im laufe der Zeit immer weiter spezialisierte, bis sie ganz neue Arten bildeten und diese sich weiter anpassten. Ein weiterer, vom Schöpfungsbericht überzeugter, Naturwissenschaftler war Carl von Linné, er war der Meinung "Es gibt so viele Gattungen und Arten, wie ursprünglich erschaffen worden sind."([9] Seite 67) Cuvier steht unter den Naturforschern ziemlich allein, mit seiner Behauptung, die Arten seien unveränderlich und nur Gott könne neue Arten erschaffen. Wie Lamarck zu erklären, dass Gott einmal die Welt erschaffen hat und sich die Tierwelt seitdem, nur durch Fortentwicklung und Degeneration, so stark, zu so einer unglaublichen Artenvielfalt formiert hat, ist schon ziemlich schwer. Aber zu beweisen, dass Gott mehrmals schöpferisch in die Natur eingegriffen hat, wie Cuvier es tut, ist noch schwieriger. Er konnte es nur belegen anhand der Verknüpfung des Evolutionsgedanken mit den geologischen Gegebenheiten. Anhand der verschiedenen Gesteinsschichten eines Gebietes, meinte er die "Naturkatastrophen" ablesen zu können.

Weil Cuvier und Lamarck fast Zeitgleich lebten wäre es verständlich, wenn ihre Theorien und Forschungen ähnlich aufgebaut währen, was aber nicht der Fall ist, da Lamarck die Vielfalt der Arten in zwei grobe Richtungen getrennt hat, nämlich Wirbeltiere und Wirbellose, Cuvier hingegen teilte die Lebewesen in vier detalierte Gruppen mit einem speziellen Bauplan und Lebensmuster ein.

2.3. Vergleich der Theorien von Darwin und Cuvier

Die weltweit bekannteste Evolutionstheorie stammt von Charles Darwin. Er entdeckte, dass die Tiere sich an äußere Einflüsse, wie eine Veränderung der Umgebung oder beschränkte Nahrungsmittel, anpassen. Doch nur die Lebewesen, die sich am schnellsten und besten an diese neuen Gegebenheiten anpassen können, überleben (aus [3]). Nach Cuvier werden die, durch eine Naturkatastrophe ausgelöschten, Tiere eines Gebietes, durch neue Tiere ersetzt, die an die nach der Naturkatastrophe herrschenden Bedingungen angepasst sind.

Es werden mehr Nachkommen, als zur Erhaltung der Art notwendig währen, geboren. Durch diese Überproduktion entsteht starke Konkurrenz, unter den Nachkommen, welche auch "struggle for life" also "Kampf ums Dasein" genannt wird (siehe [3]). Cuvier erwähnt in seiner Theorie nichts dergleichen. Resultierend darauf das bei jeder Naturkatastrophe alle alten Bewohner des betroffenen Gebietes vernichtet werden, ist anzunehmen das es nicht zu einem Konkurrenzkampf kommen kann, da die neu geschaffenen Tiere das Gebiet ganz für sich allein haben. Diese extra für das Gebiet kreierten Lebewesen brauchen sich nicht zu verändern, sie sind so wie von der Schöpfung vorgesehen, dadurch kommt es nicht zu der natürlichen Auslese wie Darwin sie beschreibt.

Laut Darwin variieren die Nachkommen eines Elternpaares in ihren Merkmalen, nur gewisse Merkmale werden von den Eltern übernommen. Diese natürliche Auslese, der weitergegebenen Gene und die daraus resultierenden Variationen unter dem Nachwuchs, nannte er "natural selection"(aus [3]).

Cuvier war der Überzeugung, die Arten sind unwandelbar, folglich das genaue Gegenteil von Darwins Überzeugung, "Ich bin vollkommen überzeugt, dass die Arten nicht unwandelbar sind, sondern dass die ein und derselben Gattung angehörenden in gerader Linie von anderen, gewöhnlich schon erloschenen Arten abstammen. Ich bin ferner überzeugt, dass die natürliche Zuchtwahl das wichtigste, wenn auch nicht das einzige Mittel der Veränderung gewesen ist."[6]. Er beschreibt die Lebewesen als variabel und einzigartig.

Darwin wuchs zwar streng gläubig auf, aber lehnte die Schöpfungsgeschichte der Bibel, als Ursprung aller Lebewesen der Erde, streng ab. Außerdem bezieht sich seine Theorie, im Gegensatz zu Cuvier´s Naturkatastrophentheorie, wirklich auf Evolution. Genau an dieser zu statischen und überholten Weltanschauung scheiterte Cuvier. Anhand seiner präzisen Forschungsweise und seinem genialen Verständnis für die Vergleichende Anatomie hätte er auf eine weitreichendere Theorie, wie die Darwins, kommen können.

3.1. Darwin´s Evolutionstheorie setzt sich durch

Darwins Evolutionstheorie bestätigte sich erst im Nachhinein, zu seiner Zeit erntete er zwar Missverständnis und "scharfe Kritik"[3], aber auch riesiges Interesse. Trotz der, bis zum Ende des 18 Jahrhunderts, anhaltenden Überzeugung vom biblischen Schöpfungsbericht.
Ein Mensch kann Evolution nicht sehen, nicht miterleben und keine "Veränderungen der Arten feststellen"[3] darum war es für Darwin nicht einfach große Menschenmassen von seinen Entdeckungen zu überzeugen. Theologen und christliche Wissenschaftler machten sich über ihn lustig und verspotteten ihn. Erst nach Jahrzehnten wurde seine Theorie anerkannt.

Heutzutage gilt seine Evolutionstheorie, die auch den Menschen als Produkt von Evolution mit einbezog, als bewiesen. Er war mit der erste der den Tierischen Ursprung des Menschen akzeptierte und die Verwandtschaft mit dem Affen nicht verurteilte. Der Mensch hatte, schätzungsweise, noch vor 750 Millionen Jahren gemeinsame Vorfahren mit den Insekten, mit Fischen noch vor 490, auch mit Hühnern vor rund 280 und mit Affen vor nur 25 Millionen Jahren (aus [3]).

Der aktuelle Gegenspieler seiner Theorie ist der, schon erwähnte, Kreationismus. Es gab vor einiger Zeit die Forderung, an amerikanischen Schulen, den Kreationismus zu lehren. Anstelle der biologischen Erklärung für den Ursprung allen Lebens, auf der Basis von Darwin´s Evolutionstheorie. Man muss aber auch sagen das Darwin´s Theorie in negativer Hinsicht missverstanden wurde. Die Aussage "survival of the fittest" spielte im zweiten Weltkrieg eine wichtige Rolle, da die Nationalsozialisten der Meinung waren, sie seien die "Herrenrasse" und die am besten angepassten, daraufhin strebten sie nach Rassenhygiene.

3.2. Fazit

Abschließend lässt sich noch sagen, dass die Evolutionstheoretiker Lamarck und Cuvier viele Gemeinsamkeiten, aber auch schwerwiegende Unterscheide aufweisen. Obgleich Darwin und Cuvier keine Überschneidungen in ihren Theorien haben, waren es doch die zwei, die der Naturwissenschaftlichen Forschung die meisten Fortschritte einbrachten.

Auf Charles Darwin´s Theorie bauen viele der heutigen Wissenschaften wie die Genetik oder die Molekularbiologie, auch der Begriff Phänotyp und die Bedeutung des Genotyp und seine Auswirkungen auf den Phänotyp, lassen sich von Darwin´s Forschungen ableiten.

Cuvier verdanken wir das Fachgebiet der Paläontologie und sein Werk Le règne animal, in dem er die Tierwelt und seine detaillierten Zeichnungen der Fossilien darstellt, doch aus heutiger Sicht gilt seine Ansicht als veraltet, obwohl sie für seine Zeit verständlich und absolut nicht rückständig ist. Seine Meinungsverschiedenheiten mit seinem Zeitgenossen Jean Baptiste de Lamarck haben sich nicht auf die Ähnlichkeiten ihrer Theorien ausgewirkt. Darwin widerlegte rund ein halbes Jahrhundert später Cuviers Theorie,indem er abweicht von der Vorstellung einer durch Gott geschaffenen Welt. Es ist sehr wahrscheinlich, dass er die Werke seiner Vorgänger, Lamarck und Cuvier, studierte. Bevor er selbst, auf dem Gebiet des Ursprunges aller Lebewesen, zu forschen begann. Ihre Forschung hatte weitreichende Folgen, bis heute inspirieren sie Naturforscher auf der ganzen Welt. Auch an Schulen der ganzen Welt wird sich nach der Darwinistischen Evolutionstheorie gerichtet.
Quellennachweis auf Anfrage: info@abi-deutsch.de